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| Das ist ein
Beitrag aus der Zeitschrift "Jugend und Technik" Ausgabe
10/1965, welcher mir von Teddy
zur Verfügung gestellt wurde. |
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Ein
neuer Motorroller
aus der CSSR |
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125 |
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Genau alle sechs Minuten wird die geräuschvolle
Arbeitskulisse in der großen Montagehalle von einem
warnenden Sirenenton unterbrochen - und wie von Geisterhand
gelenkt, bewegt sich das Fließband um einen Arbeitstakt
weiter. Aus den Hunderten von Einzelteilen, die in
Griffnähe der Bandarbeiter zur Montage vorbereitet sind,
entsteht in wenigen Minuten ein funkelnagelneuer Motorroller
- ein „Tatran 125".
Mit einem der 18 jungen Leute, die für die Endmontage
dieses jüngsten Kindes der slowakischen Maschinenfabrik „Povazska
Strojarne" verantwortlich zeichnen, unterhielten wir
uns in einer Bandpause über die Entwicklungsgeschichte des
neuen Rollers. Er erzählte uns, daß in Povazska Bystrica
bereits seit 1947 Motorfahrzeuge hergestellt werden. Damals
baute man in der ehemaligen Munitionsfabrik eine 90-cm3 -
Maschine, die in den CZ Werken entwickelt wurde. Bis zur
Produktionsaufnahme des Kleinmotorrades "Jawa
550", die 1955 begann, wurden über 30.000 Motorräder
des Typs "Manet 100" (90cm3) produziert.
Dabei gehörte die Slowakei vor dem Krieg zum
unterentwickeltsten Teil der Tschechoslowakischen Republik.
Noch im Jahre 1937 war hier das Verhältnis der
landwirtschaftlichen zur industriellen Produktion 64 zu 34
Prozent. 1958 bereits hatte sich dieses Verhältnis stark zu
Gunsten der Industrie verbessert. Die Industrieproduktion
machte 72 Prozent der gesamten Bruttoproduktion aus. Und in
diesem Jahre auch konnte das erste in der Slowakei
entwickelte Kraftfahrzeug in die Serienproduktion gehen.
Seitdem exportiert das Werk „Povazjka Strojarne"
seine Zweiräder in 77 Länder der Erde. Zwar war der „Manet
100" ausschließlich für den Stadtverkehr konstruiert,
doch in kurzer Zeit bewährte sich der kleine Roller auch
auf großen internationalen Reisen. Die größte Reise, die
er machte, war die Durchquerung der Wüste Sinai ohne
jegliche |
technische Störungen. Um den Roller jedoch auch für die
große Motortouristik reif zu machen, entschloß man sich im Werk, Motorleistung und Hubraum zu erhöhen. Nachdem
das Fahrzeug im vergangenen Jahr unter der Typenbezeichnung „Manet S 125" mit einem 125-cm3-Motor gebaut wurde,
begann das Werk Anfang dieses Jahres mit der Serienproduktion einer grundsätzlich überarbeiteten Konstruktion - des „Tatran 125".
Triebwerk
Das neue Triebwerk verfügt über einen 123,15-cm3-Einzylinder-Zweitoktmotor mit Umkehrspülung. Der Motor ist gebläsegekühlt.
Bei einer Verdichtung von 7,2 und einer maximalen Motordrehzahl von 5300 U/min leistet er 7 PS/DIN. Bohrung: 56 mm. Hub: 50 mm,
Gegenüber dem „Manet S 125" hat die Kurbelwelle eine verstärkte Zapfenlagerung erhalten. Das Pleuel wurde nadelgelagert und das
Luftgebläse verstärkt. Beibehalten wurden die 12-V-Dynastartanlage und das Schaltgetriebe. Die Sekundärkette
vom Getriebe zum Hinterrad wurde auf 5/16 Zoll verändert und erreicht nunmehr in ihrer Leistung und Stabilität das Niveau
„ausgereifter" Motorräder. Der Vergaser des neuen Motors ist mit einem Startvergaser und mit einem Luftfilter ausgerüstet, der mit einer
Mikro-Papierfilterpatrone bestückt ist.
Fahrgestell
Gänzlich konstruktiv überarbeitet wurde das Fahrgestell des Rollers. Während früher Stahlrohr mit einem rechteckigen Profil verwendet
wurde, wird jetzt ein Rahmenrohr mit rundem Querschnitt (55 X 2 mm) benutzt. Als erstes tschechoslowakisches Einspurfahrzeug verfügt
der „Tatran 125" über wartungsfreie Lagerstellen für die Zapfen der vorderen und hinteren Schwinggabeln. Die Federung erfolgt wie bisher durch
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eine zentrale Vorderradfederung, also eine Schraubenfeder und einen
Teleskopstoßdämpfer am Gabelkopf, und eine langarmige
Hinterradschwinge mit Schraubenfeder und
Teleskopstoßdämpfer in der üblichen Bauart.
Die für Motorroller relativ großen Drahtspeichenräder
(14 Zoll), verleihen dem „Tatran 125"
Fahreigenschaften, wie wir sie sonst nur bei Motorrädern
finden. Das Fahrzeug ist damit auch im Gelände sehr
wendig und einsatzfreudig. Die Bremsanlage wurde im
wesentlichen vom „Manet S 125" übernommen. Die
Legierung der Bremstrommeln hat eine neue Zusammensetzung,
so daß ein Ausreißen der Drahtspeichen nicht mehr so
leicht möglich ist, wie beim „Manet S 125". Die
Radlagerstellen wurden besser abgedichtet, um die Lager
mehr vor Nässe und Straßenschmutz zu schützen. Die
Kabel der elektrischen Anlage sind zum großen Teil in den
Rahmenrohr verlegt worden. |
Karosserie
Durch die Neugestaltung der haupt- sächlichsten
Karosserieteile hat der „Tatran 125" gegenüber
seinem Vorgänger wesentlich gewonnen. Allerdings
harmonieren die strengen Karosserie- formen der Hinterhaube
und des vorderen Schutzbleches nicht ganz mit den runden
Formen der Scheinwerferverkleidung und der
Knieschutzbleche. An beiden Seiten der Motorhaube finden
wir große „Schnapp- türen", die das Herunternehmen
der Haube bei kleineren Wartungs-, Einstell- und
Reparaturarbeiten überflüssig machen. Der Batterie- und
Werkzeugkasten befindet sich hinter der Spritzwand. Zur
Serien- ausstattung des Rollers gehören eine aerodynamisch
gut gestaltete Windschutz- scheibe aus Kunstglas, eine
leistungsstarke vierteilige Blinkanlage und ein Koffer-
träger.
L. Lehky/F. Hoppe |
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125 |
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"Tatran" im Sessellift auf dem Wege vom Fließband
zum Rollerprüfstand.
70 "Tatran" - Roller nehmen in Povazska Bystrica
täglich diesen Weg. Dazu kommen die Kleinstroller "Jawa
05-Ideal". |
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4 Einfach in der
Bedienung,
wenige Bedienelemente erleichtern die Konzentration beim
Fahren |
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| 3 Testfahrer und
Versuchsmechaniker Rudolf Huncik (26) "trieselt"
den Roller im Mala-Fatra-Gebirge über eine Geröllstrecke,
die von einem Gebirgsbach durchzogen wird. |
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Innenleben und Hinterradfederung des neuen Rollers.
Interessant ist ein internationaler Leistungsvergleich:"Tatran 125" 7PS; "Guzzi
125" 7PS; "Zündapp 125" 7PS; "Vespa
125" 4,6PS; "Lambaretta" 5,5PS (alle gleiches
Hubvolumen wie "Tatran"). |
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